WARSAW VILLAGE BAND “INFINITY”

Warsaw Village Band

JARO ist ein superfeines, kleines Label, das seit einigen Jahren für aussergewöhnliche Weltmusik oder Crossover- Platten komplexer Musikstile verantwortlich zeichnet. Eine Veröffentlichung, auf die der Werbespruch einer Automarke bestens passt: “Nichts ist unmöglich!” Die Warsaw Village Band bündelt ihre traditionellen Ausflüge in die Vergangenheit mit modernen Stilelementen und schafft dadurch eine neue Symbiose für das Genre Weltmusik.

 

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TITELVERZEICHNIS:

Wise Kid Song
1.5h (feat. T. Kukurba)
Over The Forest
Skip Funk (feat. DJ Feel-X)

Is Anybody In There?
Heartbeat (Maja & Natu Incarnated Chant)
Polska Fran Polska
Lazy Johnny Dance
Polka Story

I’ve Met The Girl
Little Baby Blues
Circle No. 1

Time

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Time:

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Note

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 Wild streichende Fiddeln beginnen die Platte und nach acht Takten steigt die komplette Band ein. “Wise Kid Song” versetzt den Hörer in eine geheimnisvolle Mittelaltermarkt-Atmosphäre. Ich sehe direkt die Marktbuden und die Atmosphäre des 16. Jahrhunderts vor meinem geistigen Auge.. Unglaublich, was Musik einem alles suggerieren kann. Bereits der erste Song kommt mit voller Intensität rüber.

Die Stadt Krakau ist gerade mal 290 km von Warschau entfernt und aus dieser Stadt kommt Tomek Kukurba, der in der dort ansässigen polnischen Band KROKE tätig ist. 1,5 h” heisst der Song. Der Gastmusiker, der ja bereits mit Nigel Kennedy eine bedeutende CD eingespielt hat, streicht die Viola und singt gegen den wunderbar arrangierten Satzgesang der drei Damen in der Village Band. Thematisch handelt der Song von Frauen, die eineinhalb Stunden am Fluss beschäftigt sind, die Wäsche der Familie zu waschen.

 “Over The Forest” kommt mir sofort recht bekannt vor. Na klar - eine ähnliche Stimmung habe ich bereits in einem Song der brasilianischen Sängerin Marluis Miranda gehört. Der Song klingt mysteriös und geheimnisvoll und ist eines der besten Worldmusic-Stücke, die ich seit langem gehört habe.

Ein riesiger Crossover-Track ist “Skip Funk”. Hier ist Discjockey Sebatian Filiks aka DJ Feel-X als Gast tätig, in dem er den Song mit einigen Turntable-Scratches rhythmisch untermalt. Habe ich so auch noch nie gehört. Da zeigt sich wieder mal, wie viel Spielraum es im heutigen Musikuniversum immer noch gibt, wenn man den Mut hat, über altbekannte Werte hinaus zu denken.

“Is Anybody In There?” erinnert mich an die Zeit, in der die bulgarischen Frauengesänge zum ersten Male zu hören waren im westeuropäischen Markt. Ein schwungvoller Vokal-Titel, der von den Baraban Drums des Piotr Glinski unterstützt und angetrieben wird. Könnte auch problemlos jedes Mittelalter- Fest erschüttern.

“Heartbeat” beginnt überraschender Weise wie ein US-Gospel-Blues und ist das erste ruhigere Stück der CD. Der Gesang ist hier sogar leicht jazzig angehaucht und beim Hören des Gesangarrangements habe ich irgendwo die New York Voices im Hinterkopf. Ein weiteres Kennzeichen für die riesigen musikalischen Möglichkeiten der Band. Dass eine Nyckelharfe einen eigentümlichen Klang hat, zeigt Wojtek Krzak (sprich: Kschack) in “Polksa Fran Polska”, das einen wiederum in die Stimmung eines orientalischen Bazars zurück versetzt

Ortswechsel. Begeben Sie sich mit mir auf einen polnischen Marktplatz im 14. Jahrhundert. Schellen erklingen, ein Händler führt einen Tanzbären herum und inmitten tanzen und singen drei Mädchen, die den Hut kreisen lassen, um sich mit ihrem fröhlich-unbeschwingten und trotzdem eindringlichen Gesang ein paar Taler für den Lebensunterhalt zu verdienen. “Lazy Johnny Dance” ist ein wunderbares Beispiel für Zeiten, die wir leider nie erleben durften. Bevor ich dann anfange, hoffnungslos zu romantisieren:

 Wie ein Blending aus Irish Jig und folkigem Square Dance beginnt die intensive “Polka Story”, die absolut gar nicht an eine Polka erinnert, aber der Song gleitet über einen minimal-kurzen Kraftwerk-Riff in den zweiten Teil, der tradtioneller klingt durch den folgenden dicken flüssigen Reigen aus Geigen (Rhymin’ Simon), der Song zieht dann noch einmal an und wird über die Frame drums nach vorne gepeitscht und endet dann doch in einer modernen speedigen World-Cross-Polka. Ein sehr intensives Stück, das es erst einmal zu verarbeiten gilt. Beim letzten Track der CD nimmt die Band Bezug auf indische Musik- Traditionen und kreiert mit dem instrumentalen “Circle No. 1” ein ganz eigentümliche Atmosphäre. 

FAZIT:

Die CD klingt absolut zeitlos und offeriert ein Festival an Ideen, das dem geneigten konzentrierten Hörer extatisches Vergnügen für eine lange Entdeckungsreise bietet. Schickt diese Band zum Eurovisions- Wettbewerb, damit sie endlich weltweit bekannt werden. Ich kann mir vorstellen, dass sehr viele Musikliebhaber diese wundervolle Art von Musik genau so wie ich lieben würden, aber wo bitteschön wollen sie sie kennenlernen? Beim Voting haben sie zumindest meinen Telefonanruf bereits in der Tasche. Eine Frage hätte ich dann noch: Wann kommen die Remixe für den “Skip Funk”?

Personal:

Maja Kleszcz (vocals, cello)
Magdalena Sobczak-Kotnarowska (vocals, dulcimer)
Sylwia Swiatkowska (vocals, violin, suka, fiddle from Plock)
Wojtek Krzak (violin, violin 7/8, myckelharpa, drums)
Piotr Glinski (baraban drum, percussion)
Maciej Szajkowski (drame drums)

Tomek Kukurba (vocals, violin on # 2)
DJ Feel-X (turntables on #4)
Natalia Pryzbysz, Jan Trebunia Tutka (backing vocals)

Veröffentlichung: 07. November 2008 (Jaro Medien GmbH)

für alle Fans von: Clannad - Marlui Miranda - Edgar Meyer

Internet:
www.warsawvillageband.net oder www.myspace.com/warsawvillageband

KAUFEMPFEHLUNG:  KKKKKKKKKK

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